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Mittwoch, 17. Oktober 2018
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Dezember 2009




Jahresschluß 2009


Für den Rest des Jahres konnte kein ausführliches Presse-Tagebuch geführt werden.

Hier einige kurze Hinweise:

Am 21.12. berichtet Le Potentiel, kaum hätten Ruanda und Kongo die diplomatischen Beziehungen aufgenommen, sei schon ein Streit um die Gas-Ressourcen ausgebrochen...

Am gleichen Tag findet sich eine ausführliche Analyse des Waffenembargos gegen die Rebellen im Kongo in Le Potentiel.

Die katholische Kirche, so berichtet Le Potentiel am 22.12., verurteile den Zermürbungskrieg im Südkivu. Gleichzeitig weise sie auf die Bedrängnis der Kirche aufgrund von Morden an Priestern und Nonnen hin. 

Ebenfalls am 22.12. berichtet die Financial Times über UNO-Beratungen zum Blauhelmmandat im Kongo.

Bloomberg meldet, die LRA habe in den letzten 10 Monaten im Kongo 1.200 Menschen getötet und 1.400 entführt. Auch die amerikanische Zeitung Boston Globe berichtet dazu in einer Hintergrundanalyse von AP und schreibt, in diesem Zusammenhang könnten von der LRA Kriegsverbrechen begangen worden sein. Bei Reuters findet sich dazu ebenfalls eine Meldung. In Deutschland berichtet die Süddeutsche Zeitung.

Über beträchtliche Anstiege der Kupferpreise weiß Le Potentiel am 23.12. zu berichten, aber aufgrund der Probleme mit einigen Bergbauverträgen habe der Kongo gar nichts davon.

Das Blatt bringt auch einen Ausblick auf 2010, dem 50. Jahr der Unabhängigkeit.

Und die Bild-Zeitung demontiert kurz vor Weihnachten eine der Großen der Frankfurter Gesellschaft. Wie schnell der Ruhm vergeht....: Die Honorarkonsulin des Kongo in Frankfurt muss viel erklären. Sowohl ihrer Botschafterin, als auch den deutschen Behörden. Der Vorwurf heißt Betrug Staatsanwaltschaft jagt „Mogel-Odette“.

TV: Meine Heimat Afrika Verstörend niveaulos, so die Überschrift eines bemerkenswert medienkritischen Artikels in der Süddeutschen Zeitung: An einem Film über Afrika zeigt sich die Sinnlosigkeit von Degeto-Produktionen für die ARD: "Meine Heimat Afrika" mit Christine Neubauer ist ein Albtraum.

Am 24.12. spekuliert Le Potentiel über ausstehende Regierungsumbildungen. Aus New York berichtet Mail & Guardian (Südafrika) über die Verlängerung des UNO-Mandats für den Kongo - aber nur für die 1. Jahreshälfte 2010. Das ist Thema der internationalen Presse, so etwa erscheint eine Meldung in der New York Times. Und ein längerer Bericht bei Reuters. Auch Bloomberg bringt dazu eine Analyse. Reuters bringt darüberhinaus einen langen Hintergrundbericht zur Notwendigkeit einer Armeereform im Kongo. 

Nach den Weihnachtsfeiertagen erscheint Le Potentiel am 28.12. wieder und die Schatten des herannahenden Jubiläums "50 Jahre Unabhängigkeit" werden sichtbar. Le Potentiel fragt sich außerdem, ob sich der Franzose Sarkozy wirklich als Retter des Regenwaldes im Kongo aufschwingen wolle. Einen bemerkenswerten Artikel bringt Georgianne Nienaber in der Huffington Post und stellt die Frage, ob Kongo einen "Retter" benötige... 

Am 29.12. befasst sich Le Potentiel mit der UNO-Empfehlung, der Kongo benötige eine "multi-ethnische Armee". Auch berichtet das Blatt über eine Tagung zur Korruption und fragt, ob die Schlacht schon im voraus als verloren angesehen werde... Der heutige Kommentar von Le Potentiel fordert mehr Transparenz von der Regierung. Und aus Mbandaka weiß Le Potentiel auch mal was Positives zu berichten, nämlich eine Anhörung zur Verbesserung des Naturschutzes. Bei Newsweek findet sich noch ein Interview mit der neuen ruandischen Außenministerin, die vorher 20 Jahre in den USA gelebt habe...

Am 30.12. befasst sich Le Potentiel mit den UNO-Beschlüssen und die Regierung fordere diese auf allmählich das Land zu verlassen. Das Blatt untersucht dazu die Sicherheitslage im Land. Die Staatsführung habe jedenfalls bei solchen Forderungen eine hohe Verantwortung... 

Aus dem Nordkivu berichtet Le Potentiel, die Tutsi-Milizengruppe CNDP, die vor einem Jahr einen Separatfrieden mit Kinshasa schloß, bevor Nkunda verhaftet wurde, sei jetzt sogar an der Provinzregierung beteiligt worden. Das Blatt fragt, wo denn bei solchen Vereinbarungen die Demokratie bleibe, da die CNDP an keinen Wahlen teilgenommen habe...  Auch ein weiterer Artikel in Le Potentiel drückt das Entsetzen über diese Entwicklung in Goma aus. Independent-Online, Südafrika, weiß zu berichten, die kongolesische Regierung äußere sich zufrieden über die jüngsten UNO-Beschlüsse eines baldigen Rückzugs... Die amerikanische Huffington Post weist, vier Monate nach dem Clinton-Besuch noch einmal auf das Schicksal der vergewaltigten Frauen im Kongo hin.

Die Berliner taz weiß an diesem 30.12. Interessantes aus dem Ostkongo zu berichten:

Rebellen im Kongo - Die Kampfmoral ist zerstört. Aus dem Radio erfuhren die ruandischen Hutu-Kämpfer im Kongo, dass ihre Führungsspitze verhaftet worden ist. Jetzt ergeben sie sich zu Hunderten.

Das St.Galler Tagblatt berichtet über einen mutigen Fernsehsender in Bukavu.

Zum Jahresabschluß bringt auch Le Potentiel am 31.12. einen Rückblick und Ausblick. Das Neue Jahr werde viele Überraschungen bringen, vor allem im Hinblick auf diverse Jubiläen, die begangen werden sollen. In Kolwezi hat's bei einem Erdrutsch in einem Steinbruch zahlreiche Tote gegeben, wo "Cruseurs", handwerkliche Bergarbeiter, nach Rohstoffen gesucht hatten. Jetzt sei dort der Bergbau erstmal verboten, schreibt Le Potentiel. Auch Independent-Online bringt dazu eine Meldung.



Samstag, 19. Dezember 2009


Streit um den Bergbau – unabhängiger Vermittler notwendig. So die heutige Schlagzeile von Le Potentiel. Formell habe die Regierung nach zwei Jahren die Überprüfung der Bergbauverträge abgeschlossen. Doch nicht für alle Firmen. So etwa sei für die KMT noch nicht alles klar und auf TFM sei durchgefallen. Für andere scheine die Chance der Versöhnung zu bestehen. Jedenfalls seien unabhängige Vermittler nötig...

Wir berichteten darüber: ein Inder war verhaftet worden. "Fall mit acht Pfund Diamanten – Freiheitsstrafe von sechs Monaten für Ajudiya Kumharas", so die Überschrift eines Berichtes von Le Potentiel über die Gerichtsverhandlung gegen den Händler illegaler Diamanten.Darüber berichtet auch Independent-Online (Südafrika)


Bedeutende Verlängerung eines drohenden neuen Mandats der MONUC, so die Überschrift eines weiteren Artikels von Le Potentiel. Seit Mittwoch, 16. Dezember befasse sich der UNO-Sicherheitsrat mit dem Kongo um müsse bis zum 21.12. entscheiden, ob das Mandat der UNO weiter gelte. Sicherlich werde man alles um weitere 6 Monate verlängern. Problem sei, daß die ruandischen Hutu-Rebellen im Nordkivu alle Arten von Produkten kauften und verkauften. Ein Händler, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben wolle, erzähle, wie er die Edelmetalle aus dem Bergbau der Region erhalte. Er erkläre, man kaufe direkt vom Abbau, doch schon dort müsse man an die FDLR bezahlen. Dies sei eine Art von Gebühr für die Ausfuhr des Erzes...  

Das EU-Parlament hat am 17.12. in einer Resolution gnädigerweise die Gewalt im Kongo verurteilt, berichtet United Press International.


Freitag, 18. Dezember 2009


Heute hat Le Potentiel folgenden "Aufhänger": Man sagt, man suche "geeignete Gesprächspartner" für den Kongo – Karel de Gucht provoziert Kabila. Der Streithahn, ja man müsse sagen, der Pyromane Karel De Gucht sei geblieben. Als (belgischer) Außenminister habe er dem Führer des Kongos gegenüber "unhöfliche Worte mißbraucht", wodurch sich die kongolesisch-belgischen Beziehungen verschlechtert hätten. Und jetzt sei er doch tatsächlich EU-Kommissar für Entwicklung und humanitäre Hilfe geworden... Wie reime sich dies? Und jetzt versuche er erneut, "die Ruhe der Führer des Kongos zu stören". Die kongolesischen Behörden fühlten sich "durch diesen Kerl betrogen"...

"9.gemeinsame Kommission zwischen Kongo und Angola – Konsens zwischen Kinshasa und Luanda in den wichtigsten Fragen von gemeinsamem Interesse", so die Überschrift einer weiteren Meldung von Le Potentiel. Dies gelte auch für "heiße Themen" wie Steuerung der Migration, Grenzschutz und Ölförderung...

Der Kolumnist J.P.Mbelu schreibt heute eine Betrachtung in Le Potentiel über "Kongo und Aggressionskrieg. Die Aufmerksamkeit auf den geistigen und sprirituellen und intellektuellen Verschleiß richten". Man müsse auch auf Fehler bei einer verzerrten Darstellung der Geschichte hinweisen und hier werden einschlägige Veröffentlichungen genannt.

Zwischen Regierung und Zollbehörden gibts Probleme: Prämie kontra Service, so die Überschrift eines Kommentars von Le Potentiel zu diesem Thema. Irgendwelche Leute werden wohl nicht genug bezahlt und sorgen nicht für genügend Einnahmen der Staatskassen aus dem Zoll – und vielleicht ist auch noch Korruption im Spiel. Eine ruinöse Mischung, weil dadurch die Einnahmen in diesem Jahr nicht erreicht werden... und auch noch Streiks blühen...

Über weitere Kämpfe in Dongo, Provinz Equateur, berichtet Independent-online, Südafrika: Gewalt flackert im Kongo auf, so die Überschrift. 47 Rebellen seien getötet worden, 150.000 Menschen geflüchtet. Es habe erheblichen Widerstand bei den Kämpfen gegeben, habe ein UNO-Vertreter gesagt.

Bei Global Witness ist ein Text runterzuladen, welcher die "Ausplünderung der natürlichen Rohstoffe des Kongos und die Situation der Menschenrechte in der Zeit zwischen 1993 und 2003" behandelt.

«Uno-Soldaten kaufen sich 12-Jährige und die Politik schaut nicht hin», so die Überschrift eines Artikels in der Schweizer Thurgauer Zeitung über die Arbeit von Monika Hauser, welche sich mit kriegstraumatisierten Frauen befasst. Sie habe kürzlich in Zürich das Buch "Monika Hauser – Nicht aufhören anzufangen" herausgegeben. Sie sei übrigens in St. Gallen geboren und aufgewachsen, lebe inzwischen allerdings in Köln. Der Artikel bringt ein Interview mit der Autorin.

Die Berliner taz bringt einen Artikel mit der Überschrift: UN-Mission im Kongo - UNO will Verbrechen nicht decken. Die weltgrößte UN-Blauhelmmission will die Zusammenarbeit mit der für Massaker verantwortlichen kongolesischen Armee einschränken. Die Regierung Kongos droht mit dem Rauswurf der UNO... Allerdings stellt die taz fest: In der Praxis würde Kongos Regierung ohne Blauhelme in kürzester Zeit die Kontrolle über den Großteil des Landes verlieren. Sie verlässt sich auf UN-Flugzeuge, um entlegene Gebiete des Kongo ohne Straßenanbindung oder kommerziellen Flugverkehr zu erreichen, und nur dank der UN-Präsenz ist Ostkongo in den letzten Jahren nicht längst wieder an Rebellen gefallen.


Donnerstag, 17. Dezember 2009


Sondersitzung des Parlaments - „Heisse Themen“ am Horizont – so lautet heute die Hauptschlagzeile von Le Potentiel. Mit der Verabschiedung des Haushalts ist die Sitzungsperiode des Parlaments beendet. Jetzt müsse dieser noch vom Prädidenten unterzeichnet werden, um wirksam zu werden. Die nächste Sitzungsperiode solle im März beginnen, doch zuvor solle sogar noch eine Sondersitzungsperiode des Parlaments stattfinden. Allerdings sei bisher keine Tagesordnung bekanntgegeben worden. Die Frage sei: warum? Fest stehe, daß das Parlament vom 15. Januar bis zum 15. Februar zu seiner außerordentlichen Tagung einberufen werden. Leider gebe es bisher keine Tagesordnung und deswegen werde gefragt, ob dies nur gute Absichten seien, denn solange diese nicht vorliege, sei die Ankündigung ein Verstoß gegen die Regeln der Nationalversammlung...

Der Kommentar in der heutigen Ausgabe von Le Potentiel trägt den Titel „Korruption – was tun?“. Während in Kinshasa ein Seminar zum Thema Korruption organisiert worden sei, habe man immer noch darauf gewartet, daß das Staatsoberhaupt – wie angekündigt – einen „Sonderberater“ zu diesem Thema ernenne. In seinem seinerzeitigen Interview mit der belgischen Zeitung „Le Soir“ habe Kabila verkündet, der neue Sonderberater werde Teil der 15 Mitarbeiter sein, mit denen er das Land verwandeln könne... Aber heute? Sei der Sonderberater überflüssig? Verschiedene Stellen kritisierten die Probleme der Korruption. Das Blatt schließt mit den Worten, man müsse erstmal bei den sogenannten „Unberührbaren“ beginnen...

Dow Jones Newswires melden: Kongolesische LRA-Rebellen drohen Angriffe über Weihnachten an. Genauso wie 2008 werde dieses Jahr eine Wiederholung der Massaker geben. Deshalb müssten die nationale Armee und die UNO-Truppen die Zivilbevölkerung stärker schützen...

Wie alle Jahre wieder veröffentlicht auch diesmal die EU eine Erklärung: EU fordert Kongo auf, Gewalt gegen Zivilisten zu beenden. So die Überschrift der afp-Meldung, die wir zuerst im südafrikanischen Mail & Guardian finden. Die Bürgerrechte würden im Kongo „mit den Füssen getreten“. Der Aufruf sei nach den beiden kürzlich veröffentlichten Berichten über die humanitäre Krise im Ostkongo veröffentlicht worden.

Kongolesische Militäroperation wird zurückgefahren, so der Titel eines längeren Hintergrundberichtes von Reuters, der vom südafrikanischen Independent-online gebracht wird und der u.a. meldet, Ende des laufenden Monats würde die Kampagne „Kimia II“ gegen die Huturebellen beendet. Das habe Alan Doss dem UNO-Sicherheitsrat mitgeteilt. Auch die BBC bringt darüber eine Meldung.

Was gestern schon Le Potentiel brachte, ist heute auch im südafrikanischen Independent-online zu lesen: Rohstoffhändler nach Entdeckung von Diamanten festgenommen. In Kinhasa sei also dieser indische Geschäftsmann Ajudiya Pravin Kumar schon am 10. Dezember verhaftet worden, als er mit mehr als acht Kilogramm Rohdiamanten auf dem Weg zurück nach Indien gewesen sei. Er habe diese in Plastiktüten in seinem Gepäck verstaut gehabt – und keine Exportgenehmigung dafür vorzeigen können...

Die Stuttgarter Nachrichten bringen auch noch ein Sensatiönchen: Behörde wusste Bescheid - Kriegsverbrecher im Ministerium. Vier Jahre lang hatte ein ruandischer Kriegsverbrecher im Stuttgarter Justizministerium gearbeitet. Die Behörde wollte nichts über das grausame Doppelleben des Manns gewusst haben. Doch jetzt steht fest: Informationen darüber hat es gegeben, die Polizei fragte nur nicht hartnäckig genug nach. Straton Musoni galt als freundlicher Mitarbeiter, für die Kollegen hatte der Computerspezialist immer ein Lächeln übrig. Doch dann, am 14.Juli 2007, kam der Mann plötzlich nicht mehr. Das Ministerium hatte ihn entlassen - nachdem ein Artikel in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" den Verdacht genährt hatte, dass es sich bei dem PC-Experten um einen Kriegsverbrecher handle.


Mittwoch, 16. Dezember 2009


Heute ist die Hauptmeldung von Le Potentiel: Armeereform – Vorsicht vor dem Gießkannenprinzip. In Dongo habe die FARDC Erfolge gehabt, es gebe Gespräche mit AFRICOM von den USA und der Abzug der UNO-Blauhelme stehe bevor. So gerade wieder die Reform der Armee in den Vordergrund. Dafür müsse es eine "kohärente Strategie" geben. Man dürfe sich bei den Zielen nicht verzetteln.

Am Dienstag sei ein Inder auf dem internationalen N'Djili-Flughafen in Kinshasa in flagranti erwischt worden und er sei jetzt "Angeklagt des Erwerbs und des Besitzes von illegalen Rohstoffen", schreibt Le Potentiel heute in einer weiteren Meldung.

Das Parlament habe den Bericht einer Gemeinsamen Kommission von Senat und Nationalversammlung über den neuen Staatshaushalt angenommen und Le Potentiel schreibt im Kommentar dies sei "ein Test", nämlich dafür, ob die Regierung für die Glückwünsche überhaupt qualifiziert sei, die sie deswegen entgegennehme... Jedenfalls sei ihre Aufgabe nicht einfach, auch nicht nach der Annahme des neuen Dreijahresprogramms des IWF. Sie habe keinen Anlaß selbstgefällig zu werden...

Viel zu selten erwähnen wir die Glosse von Le Potentiel, die jahrein, jahraus, täglich erscheint. Aber heute muß das mal sein. Sie trägt die Überschrift "Distributoren". Das lassen wir mal unübersetzt. In Kinshasa gebe es ein neues Phänomen. Im Bauchladen werde von Tür zu Tür die traditionelle chinesische Medizin angepriesen, doch weder professionell noch gesundheitsbezogen. Man behaupte, sie heile "viele Krankheiten auf einmal". Unzählige Händler seien inzwischen damit auf dem Weg. Rekrutiert würden arbeitslose Väter und Mütter – und zwar von Scharlatanen... In 99,9 % der Fälle hätten sie überhaupt keine Ahnung, weder über Medizin, noch über irgendein chinesisches Arzneibuch... Doch selbstsam, sie würden vorgeben, sie wüßten die besten Eigenschaften der Medikamente...

Jetzt berichtet auch in Deutschland mal ein Zeitung, nämlich wie üblich die taz über: Bericht über: Kriegsgreuel im Kongo - UN-Mission steckt tief im Sumpf. Kongos Armee und ruandische Hutu-Milizen massakrieren im Ostkongo die Zivilbevölkerung, sagt Human Rights Watch und wirft UN-Truppen "Verwicklung" vor. Der Krieg zwischen kongolesischen Regierungstruppen und ruandischen Hutu-Milizen im Osten der Demokratischen Republik Kongo wird auf dem Rücken der Zivilbevölkerung ausgetragen. Sowohl Kongos Armee FARDC als auch die ruandische Miliz FDLR (Demokratische Kräfte zur Befreiung Ruandas) verüben dabei schwerste Kriegsverbrechen. Dies sind die wichtigsten Punkte eines gestern veröffentlichten umfangreichen Berichts der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch.

Mail & Guardian (Südafrika) schreibt sehr ausführlich die Regierungsreaktion mit der Überschrift "Bericht der Menschenrechtsgruppe ist ein Versuche die Wahrheit zu verdrehen". Das habe jedenfalls ein Minister der Regierung in Kinshasa am Dienstag erklärt. Sie verurteile diesen unverhältnismäßigen Versuch, dem kongolesischen Staat die Legitimation abzusprechen, habe Informationsminister Lambert Mende Reportern gesagt. Die Wahrheit werde dadurch verdreht. Und wenn Kriminelle Mißbräuche begangen hätten, werde dies durch die Gerichte geklärt...


Bloomberg berichtet derweil aus New York, der Kongo wolle sich mit dem UNO-Sicherheitsrat anlegen: Kongo könnte UNO-Vertreter aus dem Land weisen wegen Konflikt über den Krieg im Osten, sagt der Botschafter. Derzeit berate der Sicherheitsrat eine Resolution, welche verlange, daß die kongolesische Armee "unverzüglich geeignete Maßnahmen ergreifen muß, um Zivilisten zu schützen", nachdem Berichte über Morde und Vergewaltigungen durch Soldaten veröffentlicht worden seien. Allerdings sage der kongolesische Botschafter bei der UNO, der Sicherheitsrat habe kein Recht solches zu tun. Dies sei völlig inakzeptabel. Man werde diese Resolution ablehnen und dann habe man die Krise. Man könne die UNO-Führung des Landes verweisen...

Das ZDF bietet im Internet eine Sendung an: Kongo – Die Lunge der Welt leidet.

Und die Bild-Zeitung befasst sich – atemlos - wieder mit der Konsulin in Frankfurt: Schöne Odette Krempin: Die Mogelei mit den „Goldenen Scheren“. Odette Krempin - Schon wieder neue Vorwürfe! Alles Lüge? Odette Maniema Krempin soll gar keinen Modepreis gewonnen haben. Ach Odette, was können wir denn noch glauben? Jetzt sollen auch noch die beruflichen Erfolge der Konsulin als Mode-Unternehmerin frei erfunden sein. Odette Maniema Krempin, die wegen umstrittener Spenden und falscher Titel unter Druck steht, rühmte sich, 1998 in Kamerun die „Goldene Scheren“ erhalten zu haben – den berühmtesten Modepreis Afrikas.


Dienstag, 15. Dezember 2009

Am heutigen Tag ist Le Potentiel ganz entsetzt. "Perspektiven für die aufstrebenden Mächte – Afrika im Jahre 2020 ohne den Kongo", so lautet die Überschrift. Da habe Le Monde Diplomatique Zukunftsperspektiven entworfen und der Kongo komme schlicht nicht vor. Sei einfach verschwunden. Wenn das kein Beweis für "diese große Verschwörung, die Balkanisierung des Kongos" sei...

Starke Mittel gegen große Übel, so ungefähr der Titel des heutigen Kommentars von Le Potentiel. Letzten Sonntag hätten die Regierungstruppen einen "bedeutenden Durchbruch erzielt". Sie hätten Dongo in der Provinz Equateur zurückerobert, wo noch vor kurzem blutige Ereignisse stattgefunden hätten. Diese militärische Bedrohung hätte unabsehbare Folgen haben können... so sei am wichtigsten jetzt die "Wiederherstellung der Autorität des Staates"... Diese Vorfälle zeigten, wie wichtig jetzt die großen Reformen in Armee, Polizei und Verwaltung seien. Hauptziel sei jedenfalls überall im Land den Warlords ein Ende zu zeigen...

Hier folgt nun eine Meldung der Kenianischen Rundfunkgesellschaft: Maathai ruft zum Schutz des Kongobeckens auf. Zwar sei Afrika nicht der größte Emittent von Treibhausgasen, doch werde der Kontinent erhebliche Folgen zu spüren bekommen. So setze sie sich für die bessere Verwendung der Mittel zum Schutz des Kongobeckens ein...

Eine ausführliche Meldung von Associated Press berichtet über den Bericht: UNO unterstützte kongolesische Truppen, welche Zivilisten töteten. Wir hatten bereits gestern darüber berichtet.

Dies ist auch Thema eines ausführlichen Korrespondentenberichtes in der Washington Post: UNO wird gedrängt die Hilfe für das kongolesische Regime wegen grausamer Taten einzustellen. Ein weiterer ausführlicher Bericht zu diesem Thema findet sich in The Scotsman.

Im deutschsprachigen Bereich greift das St.Galler Tagblatt das Thema auf: Human Rights Watch prangert Zustände im Kongo an. Bei ihrer Mission in der Demokratischen Republik Kongo unterstützt die UNO nach einem Bericht von Human Rights Watch (HRW) indirekt schwere Menschenrechtsverletzungen durch die kongolesische Armee.

Die Londoner Times bringt eine interessante Untersuchung: Nordkoreanisches Flugzeug mit Waffen in Beziehung zu osteuropäischen Waffenhändlern. Dies sei in Thailand festgestellt worden. Man habe in dem Flugzeug 35 Tonnen Waffen gefunden, einschließlich Raketen und Granaten, die für Afrika bestimmt gewesen seien... Die Verbindungen gingen nach Kasachstan und Georgien, um EU-Recht zu umgehen...

Independent-online (Südafrika) bringt einen Reutersbericht über die Niederschlagung dieser Revolte in der kongolesischen Provinz Equateur.

Und die Wirtschaftsmeldung der Woche, die in Kinshasa schon am Wochenende bekannt wurde, wird endlich auch in Deutschland registriert – und zwar bisher einzig bei der Wirtschaftsagentur "Finanzen.net". IWF vergibt 550 Mio. Dollar-Kredit an die Demokratische Republik Kongo

Ende vergangener Woche fiel endlich die Entscheidung: Nach langem Warten genehmigte der Internationale Währungsfonds schließlich eine Kreditvereinbarung mit der Demokratischen Republik Kongo, sodass das Land nun in das Entschuldungsprogramm des IWF aufgenommen werden kann.


Montag, 14. Dezember 2009


Heute, Montag in Kinshasa. Wir lesen Le Potentiel: Abkommen Internationaler Währungsfonds – Kongo: Das Schlimmste steht uns noch bevor. So die Schlagzeile. Der Kongo müsse jetzt seine Beziehung zum IWF förmlich erneuern – bis zum Jahre 2012 könne das Wirtschaftsprogramm PEG2 laufen. Aber diese neue förmliche Vereinbarung, die letzten Freitag von der Direktion des IWF genehmigt worden sei, könne nicht alle Probleme lösen. Sie sei bloß ein Schritt... Und der Weg sei übersät mit Fallen... Damit 90 % der Schulden erlassen würden, müsse der Kongo sich den Vorgaben des IWF beugen, um Vorteile zu bekommen. Man könne dazu auch sagen, dies sei ein "wahres Diktat". Schon im März 2010 kämen die Experten des IWF das nächstemal nach Kinshasa, um alles zu überprüfen. Doch trotzdem sei letzter Freitag für die Regierung ein glücklicher Tag gewesen. Drei Jahre harter Arbeit seien gekrönt worden und jetzt sei der Kongo in die Arena des IWF zurückgekehrt...

Mitten aus der AMP, also der Präsidentenmehrheit kommt ein "Mißtrauensantrag gegen Muzito", das ist der Premierminister im Kongo und der AMP, so Le Potentiel, vergiesse darüber Tränen. Nachdem die Opposition nach mehreren vergeblichen Versuchen "von unten" die Regierung Muzito "einfach zu übernehmen" gescheitert sei, komme jetzt ein Mißtrauensantrag von einem Mitglied der Präsidentschaftsmehrheit... Gustave Omba habe diesen Antrag gestellt und die Frage sei, ob dies Diversion oder Erpressung sei. Inzwischen habe er bereits 81 Unterschriften gesammelt für diesen Antrag....

Der Kommentator von Le Potentiel erklärt "Bei der Arbeit", sei jedenfalls das Direktorium des IWF mit der Unterzeichnung eines neuen Wirtschaftsprogramms PEG-2 mit der kongolesischen Regierung. Der Kongo bekomme zwar einerseits externe Unterstützung, aber "Achtung!" auch viele Verpflichtungen seien einzuhalten. In der Tat begännen jetzt erst die Schwierigkeiten für den Kongo, denn dieser müsse seine Zusagen einhalten... In Wirklichkeit sei diese Vereinbarung kein "Sesam öffne Dich". Die Regierung müsse die Leistungsfähigkeit ihres Haushaltes beweisen und finanzielle "Orthodoxie" üben, denn danach werde sie beurteilt. Dies gehöre zu den Bedingungen...

Ein weiterer Artikel von Le Potentiel erinnert an ein historisches Datum: König Leopold II – Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Am 17. Dezember vor 100 Jahren habe sich Leopold II. Von Belgien "gebeugt" und seinen Freistaat Kongo dem belgischen Staat vermacht. Diesen habe er auf der Berliner Konferenz 1885 persönlich zugesprochen bekommen. Für die Menschen im Kongo sei dies zu einer "Apokalypse" geworden. Zwischen 1880 und 1920 habe ein "vergessener Holocaust" stattgefunden, wie Adam Hochschild in seinem Buch nachgewiesen habe...

Die BBC meldet: Vereinten Nationen unter Druck, ihre Kongopolitik zu ändern. Organisationen wie Human Rights Watch drängten die Vereinten Nationen, unverzüglich ihre militärische Unterstützung bei der Kampagne gegen ruandische Rebellen einzustellen...

Auch Reuters meldet dies in einem ausführlichen Hintergrundbericht: UNO soll Übergriffe im Ostkongo beenden. Die UNO-Blauhelme sollten so schnell wie möglich sich um den Schutz der Zivilbevölkerung kümmern im Ostkongo und sich nicht in Menschenrechtsverletzungen verstricken lassen. Dies habe Human Rights Watch in einem Bericht gefordert.

Die deutsche Tagesschau bringt folgende Meldung: Militante Gruppen bekämpfen sich im Ostkongo. Ein Krieg in Afrika - die Strippenzieher in Deutschland. Es ist ein Krieg, der in Europa kaum mehr wahrgenommen wird: Seit Jahren bekämpfen sich im Osten der Demokratischen Republik Kongo diverse militante Gruppen. Eine der größten und mörderischsten ist die ruandische Hutu-Miliz FDLR. Deren Strippenzieher sitzen auch in Deutschland. Einer von ihnen wurde vor gut vier Wochen in Mannheim verhaftet. Die Zahlen, die aus der Region jetzt bekannt wurden, sind erschreckend. Laut eines Berichts der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wurden allein von Januar bis September dieses Jahres weit über tausend Menschen ermordet, fast 8000 Frauen und Mädchen wurden vergewaltigt.

In zum Schluß lesen wir in der FAZ heute folgendes: Mutmaßliche Spenden-Affäre. Staatsanwaltschaft prüft Ermittlungen gegen Krempin. In Erklärungsnot: Prinzessin Odette Maniema Krempin, Honorarkonsulin der Demokratischen Republik Kongo und Modemacherin. Mutmaßliche Spenden-Affäre..


Samstag, 12. Dezember 2009


An diesem Samstag meldet Le Potentiel: Schuld wegen Unterschlagung – Der Gouverneur Baender vor dem Staatsanwalt. Der Prozeß der Amtsenthebung des Gouverneurs von Equateur sei auf dem Weg. Gestern, 11. Dezember habe der Senat offiziell den vernichtenden Bericht über die Provinzleitung an den Ministerpräsidenten übergeben. Dieser sende eine "starke Botschaft" an alle "weiße-Kragen-Verbrecher"... Auch der Gouverneur des Nord-Kivu, Paluku, sei inzwischen deswegen ins "Fadenkreuz" der Staatsregierung wegen Vorwürfen der Misswirtschaft und Veruntreuung geraten...

"Der Fall Dongo – Senatoren aus Equateur besprachen sich mit Kabila", so die Überschrift eines anderen Artikel in Le Potentiel. Der Präsident habe am Mittwoch Gespräche mit Senatoren der Provinz Equateur geführt. Sie drehten sich "natürlich" um die Situation des bewaffneten Aufstandes in Dongo. ...

Über die Wirtschaftsagentur Bloomberg erhalten wir erste Informationen über IWF-Entscheidungen: Kongo erhält Kredit von 552 Mio. Dollar für Wirtschaftswachstum und Armutsbekämpfung. Darüberhinaus habe der IWF nochmal 72,7 Mio. Dollar Dringlichkeitshilfe gegeben, um dem Kongo bei seiner Schuldentilgung zu helfen. Man habe diese Zahlungen beschlossen, nachdem das Wirtschaftsprogramm der Regierung beraten worden sei.

Die Londoner Times bringt heute eine Reportage über "Gefährdete Gorillas durch Holzkohlenhandel". Hier geht's um die Berggroillas im Virunga-Nationalpark, die sozusagen zum Weltkulturerbe gehören...

Die Stellungnahme des IWF zum 551 Millionen-Dollar Kredit an den Kongo ist direkt auf der Internetseite des Internationalen Währungsfonds nachzulesen...


Freitag, 11. Dezember 2009


"Dongo – die bewaffnete Bedrohung präzisiert sich" – so ungefähr heute die Schlagzeile von Le Potentiel. Die "Aufständischen" von Dongo hätten die MONUC-Hubschrauber mit schweren Waffen angegriffen. So sei aus einer "inner-ethnischen Rivalität" eine echte militärische Bedrohung geworden... In den letzten Tagen sei die Gefahr deutlich geworden. Dies sei weit davon entfernt nur ein einziger Vorfall zu sein. Zwar sei dies ursprünglich eine "ethnische Fehde" gewesen, doch nähme diese jetzt eine "gefährliche Wende" und die Gefahr bestehe, daß das Land "in einen neuen Zyklus von Gewalt und Vertriebenen" gestürzt werde... Alles habe ganz genauso begonnen wie im Kivu und dann in Ituri – mit welchem Ergebnis. Jeder wisse dies... Jedenfalls erfordere die Situation im Dongo eine rasche und wirksame Antwort...

Aus Anlaß des "Internationalen Tages der Menschenrechte" veröffentlicht "Journalisten ohne Grenzen 75 Fälle von Verstößen gegen die Pressefreiheit im Kongo", schreibt Le Potentiel in einem weiteren Artikel. Man könne mit "armen und verdorbenen Journalisten nichts veröffentlichen", behaupte die Organisation in ihrem Jahresbericht, der am Donnerstag in Kinshasa vorgestellt wurde. Die Situation habe sich etwas verbessert, genaugesagt "um 31,8 %". Die Angriffe auf Medien seien im Jahr 2009 weniger geworden. Bisher gebe es auch keine neuen Verhaftungen. Allerdings habe sich auch nicht die Qualität der Medieninhalte verbessert, die Journalisten hätten sich vielleicht arrangiert – und die Repression sei "weicher" geworden... Der Südkivu sei für Journalisten am gefährlichsten, mit einem Todesopfer. ... Die wirtschaftliche Situation der Medien sehe außerdem nicht rosig aus. Durch die Wirtschaftskrise seien auch die Einnahmen eingebrochen. Viele Journalisten warteten auf ihr Gehalt... Die Tragödie sei, daß viele Journalisten deswegen am Tage für die Regierung als Pressereferenten arbeiteten und am Abend in den Redaktionen ihrer Zeitung....

Der heutige Kommentar von Le Potentiel befasst sich mit "Würde und Recht" – anläßlich des Tages der Menschenrechte. Herrscher und Beherrschte, weiß, schwarz und Geld, Männer und Frauen, Reiche und Arme seien alle frei geboren und gleich an Würde und Rechten. Sie hätten alle eine Recht auf Schutz durch Gesetze. Die Menschenrechte seien universell und in ihren Grundsätzen weltweit verankert. Die Klagen über Menschenrechtsverletzungen seien "die Geburtsstunde vieler humanitärer NRO's". Der 10. Dezember eines jeden Jahres sei kein Anlaß zu feiern, sondern vielmehr ein Moment der Reflexion... In diesem Zusammenhang sei es absurd zu glauben, im Kongo beträfe dies nur die staatlichen Institutionen. Keineswegs! Jeder Kongolese müsse einbezogen werden... Der Kampf für die Menschenrechte sei nicht allein ein Kampf der Fachleute...

Independent-online (Südafrika) berichtet: Sechs kongolesische Soldaten bei einem Tutsi-Angriff getötet. Dieser habe nachts in Minembwe im Süd-Kivu stattgefunden. Vier weitere Soldaten seien verwundet worden, habe die MONUC bekanntgegeben. Der Angriff sei von den "Federal Republican Forces"(FRF), einer Tutsi-Miliz, verübt worden, die eigentlich 2008 einen Vertrag zur Integration in die nationale Armee unterschrieben habe...

Der Spiegel bringt diese Woche ein Interview zum Thema: Kriegstraumata-Behandlung. "Deutschland muss mehr tun". Bei westlichen Kriseninterventionen wie in Afghanistan steht meist der militärische Einsatz im Vordergrund. Die deutsche Ärztin Monika Hauser kümmert sich um Opfer, die oft vergessen werden: vergewaltigte Frauen. Im Interview fordert sie mehr deutsches Engagement für zivile Hilfsprojekte. SPIEGEL ONLINE: Frau Hauser, in Den Haag steht gerade der kongolesische Milizenführer Germain Katanga, genannt Simba, vor dem Internationalen Strafgerichtshof. Eine der von ihrer Organisation betreuten Frauen sagt, es würde ihr helfen, wenn nur ein einziger Mann, der im Krieg vergewaltigt hat, für seine Taten zur Verantwortung gezogen würde. Können Sie ihr viel Hoffnung machen? Monika Hauser: Im Moment läuft das in die ganz falsche Richtung. Katanga hat im Ostkongo Frauen und Kinder sexuell versklavt. Aber die Den Haager Ankläger haben die Verbrechen, die mit sexualisierter Gewalt zu tun haben, aus der Klageschrift gegen ihn herausgenommen...

Der Hessische Rundfunk veröffentlicht einen kritischen Artikel über "Ungereimtheiten – Spendensammlerin unter Verdacht". Bislang hatten kommunale Ordnungsämter die Aufsicht über Spendenorganisationen. Das soll sich nun in Hessen ändern. Der Fall der Prinzessin Odette Maniema Krempin zeigt aber, dass eine Kontrolle durchaus sinnvoll sein könnte.

Auch die Bild-Zeitung nimmt sich inzwischen breit des Themas an: Schwere Betrugsvorwürfe gegen Odette Krempin: Wie echt ist die schöne Prinzessin? Böse Vorwürfe gegen Odette Maniema Krempin, Honorarkonsulin des Kongo: Titelmissbrauch, faule Spenden. BILD fragte: Was ist dran? Sind Sie überhaupt eine Prinzessin? Krempin: Ich bin als Prinzessin geboren. Das steht in meiner Geburtsurkunde. Und das Interview endet: BILD: So viele Fehler. Wie erklären Sie die? Krempin: Mein Manager hat mich im Stich gelassen und belogen. Er arbeitet nicht mehr für mich. Ich brauche neue Berater.

Das Thema geht weiter heute früh mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: Prinzessin kontert Spenden-Vorwürfe. „Wie in einem schlechten Film“. 10. Dezember 2009 Die Prinzessin sagt, sie fühle sich wie in einem schlechten Film. Eben noch die umschwärmte Hoheit, ist Odette Maniema Krempin, die in Frankfurt ansässige Honorarkonsulin für die Demokratische Republik Kongo, ins Zwielicht geraten. Ein Fernsehbericht wirft ihr unseriöse Machenschaften bei ihren wohltätigen Projekten vor - zu Unrecht, wie sie beteuert.

Sicherlich kein "schlechter Film" ist eine Meldung der Westfälischen Nachrichten in Münster. Sie fördern das: WN-Spendenprojekt Mutoto: Eine Schule gegen Armut. 120 Kinder besuchen die Mutoto-Grundschule. Lehrer Alonda Bonaventure unterrichtet Schüler, die sich kein teures Schulgeld erlauben können.... Mutoto schafft einen sicheren Ort für arme Kinder. Die Pläne für einen Anbau stehen bereits, dort könnte man noch mehr Kinder aufnehmen, denen heute nur die Straße bleibt. „Die Kinder auf der Straße vandalieren“, sagt Richard Nawezi, „sie werden Diebe - und die Mädchen gleiten in die Prostitution ab.“


Donnerstag, 10. Dezember 2009


Heute ist die Schlagzeile von Le Potentiel: Öl – Angola und der Kongo suchen Schiedsrichter. Der Weg des Dialogs scheint eine Option zu sein, durch welche die beiden Länder ihre Differenzen regeln. Doch dazwischen gebe es immer den Ölgeruch, seit Kinshasa überzeugt ist, daß Angola Öl in kongolesischen Hoheitsgewässern gewinne...

Ein anderer Artikel von Le Potentiel trägt die Überschrift „Fünf Baustellen der Republik – Kurs auf Schulen und Krankenhäuser, ja, aber....“ Bei seiner Rede zur Lage der Nation habe der Präsident gesagt, im nächsten Jahr liege der Schwerpunkt der „fünf Baustellen“ vom Verkehr auf die Infrastruktur im Bereich Schulen und Krankenhäuser verlegt. Angesichts der enormen Schwierigkeiten beim Zugang zu Gesundheitsversorgung und Schulbildung für Kinder werde dies viele Leute erfreut haben. Denn diese beiden Bereiche bereiteten vielen Menschen im Kongo Kopfzerbrechen und viele Eltern seien nicht in der Lage, ihre finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen, etwa angesichts der „exorbitanten Rechnungen“ beim Verlassen eines Krankenhauses....

Während der wöchentlichen Pressekonferenz beschreibt Alan Doss das künftige Mandat der MONUC“, so der Titel eines weiteren Berichtes von Le Potentiel. Vor seinem Abflug zur Sitzung des UNO-Sicherheitsrates habe Alan Doss gesagt, er werde empfehlen, das Mandat um sechs Monate zu verlängern und auch weiterhin die FARDC zu unterstützen beim Kampf gegen die Hochburgen der bewaffneten und ausländischen Gruppen und bei der Wiederherstellung der Autorität des Staates im gesamten Kongo. Nebenbeibemerkt habe Alan Doss die Verhaftungen der FDLR-Führung in Deutschland begrüßt – und sehe die Operation Kimia II im Osten recht erfolgreich...

Jeffrey Gettleman von der New York Times bringt eine Reportage unter dem Titel „UNO aufgefordert nicht die kongolesische Armee militärisch zu unterstützen“. Die UNO-Blauhelme seien ausdrücklich rechtzeitig seit Monaten gewarnt worden, nicht mit der kongolesischen Armee gemeinsam zu kämpfen, weil das Risiko bestünde, daß die Soldaten Menschenrechte verletzen. Dies zeigten eindeutig interne Dokumenten. Doch es sei anders gekommen und die Mißbräuche hätten stattgefunden.

Independent-online (Südafrika) meldet: UNO-Truppenbewegung zur Unterdrückung des Aufstands im Kongo. Man wolle in Gemena in der Equateur-Provinz mehr Blauhelme einsetzen, um die „Stammeskämpfe“ dort zu stoppen, die sich verschlimmert hätten. Dies habe Alan Doss, der MONUC-Chef am Mittwoch gesagt.

news24 (Südafrika) meldet: Kongolesische Flüchtlinge benötigen mehr Hilfe. Und zwar jene, die nach Kongo-Brazzaville geflüchtet seien. Laut Angaben des UNHCR seien dies bereits 77.500 Menschen. Mit den Flüchtlingen innerhalb der Demokratischen Republik Kongo schätze man die gesamte Flüchtlingszahl in dieser Region auf 115.000.

Im britischen Guardian ist auf der Website ein Videofilm über die FDLR zu sehen: Den Feind kennen, den die Photojournalistin Susan Schulman im Kongo gedreht hat. Der Film zeigt eindrücklich die Situation im Ostkongo.

Nonne und kath. Priester im Kongo ermordet. Dies ist die Überschrift des Berichtes aus Süd-Kivu, den wir in Independent online (Südafrika) finden. Die Kirche habe die kongolesische Regierung und die MONUC aufgefordert, Maßnahmen zu ergreifen, damit solche Gewalt ein Ende nimmt. Einen ähnlichen Bericht, allerdings in deutsch bringt Zenith, Rom: Ordensfrau und Priester im Osten der DR Kongo erschossen. Das weltweite katholische Hilfswerk Kirche in Not meldet, dass infolge der zwei Morde die katholische Gemeinschaft in dem Konfliktgebiet unter Schock stehe. Die Bevölkerung bekennt sich dort zwar überwiegendzum Christentum. Dennoch wird vermutet, dass die Taten christenfeindlich motiviert waren. Der Staat bekommt die Rebellen nicht unter Kontrolle und oftmals ist die Kirche die einzige Struktur, die in dem gewaltsamen Chaos noch funktioniert.... Überfälle auf Religionsgruppen und einzelne Gläubige scheinen Folge des aktiven Guerillakrieges vor allem im Osten des Landes zu sein, wobei es häufig zu Übergriffen auf die Zivilbevölkerung sowohl seitens der Guerilla als auch seitens der Soldaten kommt.

Die Berliner taz sieht in Equateur gleich schon: Aufruhr im Kongo - Neue Rebellion gefährdet Kabila. Allianz von Ex-Bemba-Anhänger und Mobutu-Soldaten startet im Nordwesten einen"patriotischen" Aufstand gegen den Staatschef. Es ist eine ideale Landschaft für eine bewaffnete Rebellion: Urwald, von breiten Flussläufen durchzogen, hier und da mit savannenähnlichen Öffnungen, wo sich größere Städte befinden, die aber mit dem Rest der Welt nur über Wasser verbunden sind. Der Nordwesten der Demokratischen Republik Kongo blieb von Kongos Kriegen zumeist verschont, aber heute ist er das Herz eines bewaffneten Aufstands, der die Regierung von Präsident Joseph Kabila direkt gefährdet.



Mittwoch, 9. Dezember 2009


Heute dominiert die bevorstehende Entscheidung über ein Abkommen zwischen dem Internationalen Währungsfonds und dem Kongo die Hauptnachricht von Le Potentiel: Freitag, 11. Dezember. Abkommen IWF-Kongo, Ende einer Ära. So die Überschrift. Am Freitag werde also der Verwaltungsrat des IWF darüber entscheiden, ob der Kongo eine neue förmliche Vereinbarung bekomme...

Ansonsten veröffentlicht heute Le Potentiel die Rede des Präsidenten der Republik über den Status der Nation im Wortlaut.

Der heutige Kommentar von Le Potentiel befasst sich natürlich mit der Präsidentenrede und trägt den Titel: „Die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts“. Das große Verdienst der Präsidentenrede bestehe in den Zukunftsvisionen. Zwei wichtige Sätze hätten vor allem Aufmerksamkeit gefunden: Die kongolesische Volkswirtschaft werde in den nächsten 15-20 Jahren zu den aufstrebenden gehören und daß jetzt Entscheidungen fallen müßten, damit der Kongo bessser auf die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts vorbereitet sei. Diese Bemerkungen symbolisierten das Programm des Staatsoberhauptes. Er sei entschlossen „Berge zu versetzen“.

Bukavu nach der Ermordung eines Priesters und einer Nonne“ ist die Überschrift eines weiteren Berichtes in Le Potentiel. Die katholische Kirche von Bukavu sei immer noch in Trauer. Montagabend um ½ 8 sei die Schwester Denise Kahambo Murahirwa von uniformierten Männern erschossen worden, in einem Kloster im Gebiet von Kabare. Vizegouverneur Kibala sei alarmiert worden und habe mit einem Polizeikommandeur sofort den Schauplatz der Tragödie besucht. Am nächsten Morgen habe er während der Messe dort bei Murhesa eine Pressekonferenz gegeben. Die Ermordung der Schwester sei zwei Tage nach dem Mord an einem Priester der Pfarrei Kabare, Pater Daniel Cizimia in der Nacht von Samstag auf Sonntag geschehen, der ebenfalls von bewaffneten Männern erschossen wurde. Inzwischen müsse gesagt werden, daß die Unsicherheit keine gesellschaftliche Gruppe in Bukavu und Umgebung verschone...

Die amerikanische Fernsehstation CNN bringt einen Kommentar zum Thema „Vergewaltigung und Mord – finanziert über Handies.“ Der Beitrag ist Teil einer amerikanischen Kampagne für „saubere Rohstoffe“. Der Kongress und die Regierung sollen dafür sorgen, daß aus Kriegsgebieten keine Rohstoffe zu den multinationalen Firmen kommen.

In der Huffington Post schreibt Khaliah Ali – und er ist kein geringerer als der Sohn von Muhammed Ali alias Cassius Clay. Und er schreibt über „Meinen Kongobesuch“. Diesen habe er aus Anlaß des 35. Jubiläums des seinerzeit weltberühmten Boxkampfes seines Vaters in Kinshasa durchgeführt und zwar mit seinem Sohn, dem Enkel von Muhammed Ali. Im Kongo, einem potentiell sehr reichen Land, hätten sie bittere Armut gesehen und sterbende, ausgehungerte Kinder in Krankenhäusern. Er könne nicht verstehen, wie auf unserem Planeten solch ein Elend möglich sei...

Reuters berichtet: UNO berät über kurze Verlängerung der Blauhelme im Kongo, nämlich nur für 6 statt 12 Monate. Kabila habe darum gebeten, den Kongoeinsatz zu reduzieren...

Der Londoner Daily Telegraph beobachtet sehr genau die Entwicklungen bei den börsennotierten Firmen und da ist eine Firma in Kasachstan, welche in London registriert ist und die jetzt die Mehrheitsaktien der Camec übernimmt, welche im Kongo Kupferinteressen haben. Solche Firmen würden nicht investieren, wenn sie sich dabei keine goldene Nase verdienen könnten.... Und im Kongo scheint dies allemal noch möglich zu sein.



Dienstag, 8. Dezember 2009


Nun ist sie also verkündet worden: J.Kabila in seiner Rede zur Lage der Nation: "Der Kongo ist kein Paradies für Verbrecher". Kabila habe, schreibt Le Potentiel, in der Rede Agitatoren gewarnt, die zu den Waffen greifen wollten, allerdings habe er auch die Untätigkeit der Regierung verurteilt hinsichtlich Reformen zur Qualitätssicherung von Institutionen. Der Kongo sei außerdem kein Tummelplatz für Verbrecher, es werde keine Verfassungsänderung geben und er habe über das Phänomen des Klimawandels gesprochen. Das seien die wichtigsten Punkte in der Rede des Staatschefs über den Zustand der Nation. So sei die Tradition gewahrt geblieben, am 3. Jahrestag seiner Amtseinführung. Er habe eine Stunde und fünf Minuten gesprochen... Was die Sicherheit angehe, so flattere inzwischen die kongolesische Flagge an allen Grenzübergängen, die nun unter der Kontrolle des Staates stünden. Wirtschaftlich sei, so der Präsident, 2009 ein schwieriges Jahr gewesen, geprägt durch die internationale Finanzkrise, welche die Welt erschüttert habe. Allerdings seien auf nationaler Ebene manche Entwicklungsprojekte "nach unten korrigiert, gestrichen, verschoben, ausgesetzt worden" oder hätten einen bescheideneren Start erlebt. Kabila habe dann die baldige Ankunft von 1000 Traktoren angekündigt – und seine persönliche Teilnahme am Klimagipfel in Kopenhagen....

Independent-online (Südafrika) vermeldet die Regierungserklärung von Präsident Kabila: Stammeskonflikte werden beendet, verspricht Kabila. Er habe Montag erklärt, daß die öffentliche Ordnung im Nordwesten des Kongos wiederhergestellt werde, wo kürzlich Stammeskonflikte tödliche Folgen gehabt hätten. Letzten Sonntag seien 600 Soldaten in die Region von Dongo entsandt worden. Die UNO-Blauhelme wollten 120 Polizisten entsenden. Mehr als 112.000 Menschen seien geflohen...

Der heutige Kommentar von Le Potentiel befasst sich mit "12 Tage, um den Planeten zu retten". Die Welt habe ihren Blick auf Kopenhagen gerichtet, wo Montag der Klimagipfel eröffnet werde. Der Artikel beschreibt die Voraussagen der Klimaveränderung: Anstieg des Meeresspiegels, Temperaturerhöhungen usw. In Kopenhagen solle eine gemeinsame Strategie beschlossen werden, um solche Entwicklungen zu begrenzen. Die armen Länder würden kaum Kohlendioxid erzeugen (4 % für Afrika), sie litten jedoch unter den verheerenden Auswirkungen... Der Kongo habe – wie Brasilien – einen riesigen Regenwald, nämlich 47 % aller afrikanischen Wälder und sie absorbierten Treibhausgase, welche das Ökosystem beeinträchtigten. Schon jetzt verzögerten sich die Regenzeiten und in verschiedenen afrikanischen Ländern habe es Überschwemmungen gegeben.

Global Witness bringt heute vorsorglich eine Presseerklärung heraus: Grosse Hoffnung für die Regenwälder könnten in Kopenhagen zunichte gemacht werden.

Auch in Nordkorea ist der Kongo präsent, derzeit mit einer Regierungsdelegation unte Leitung von Ignace Gata Mavita, seines Zeichens Vize-Außenminister, welche von der Regierung von Nordkorea empfangen worden sei.... meldet die nordkoreanische Nachrichtenagentur.



Montag, 7. Dezember 2009


Kongolesische Zentralbank – öffentliche Finanzen: Muzito ergreift Maßnahmen, so die heutige Schlagzeile von Le Potentiel. Es gebe Anzeichen, die nicht täuschten. Die Zeit sei für wichtigste Entscheidungen gekommen, kurz bevor der Präsident seine Rede zum Zustand der Nation halte. Als Beweis dafür habe der Premierminister ein Dekret zur Einsetzung eines Überwachungsausschusses für den öffentlichen Bereich bekannt. Damit signalisiere die Regierung, daß sie Garantien für gute Regierungsführung bekommen wolle....

Im Senat wird der "Entwurf des Haushaltsplans 2010" debattiert, meldet Le Potentiel: Senator Henry-Thomas Lokondo sieht Unstimmigkeiten und Unterbewertungen der Einnahmen...

"Vorteile des Besuchs von Kabila im östlichen Kasai" weiß Le Potentiel heute zu vermelden: "Der Bürgermeister von Mwene-Ditu abgesetzt". Ihm werde Inkompetenz und Verantwortungslosigkeit in der Verwaltung in seinem Zuständigkeitsbereich vorgeworfen. Dies habe der Gouverneur mitgeteilt. In der Tat sei die gesamte Stadt baufällig und extrem unsicher. Und der Bürgermeister habe keinerlei Mittel für Verbesserungen eingesetzt.

"Ein wichtiger Termin", schreibt heute der Kommentator von Le Potentiel, sei die bevorstehende Rede des Präsidenten vor den beiden Kammern des Parlaments. Außerdem sei dies ein historischer Moment... Die Rede des Präsidenten werde "mit Spannung erwartet", weil sie "neue Energien geben solle, um den Herausforderungen des Friedens, der Sicherheit, der Stabilität der nationalen Institutionen und der gerechten Entwicklung gerecht zu werden. Auch für den Präsidenten sei sie entscheidend. Dies sei also ein Schicksalstag auch für Kabila. Hoffentlich werde der Tag keine Enttäuschung, schließt das Blatt...

Heute erscheint in der New York Times ein Leserbrief von einem ganz besonderen Absender. Dieser ist nämlich kein Geringerer als Alan Doss, seines Zeichen Sonderbotschafter der UNO für den Kongo. Und er bezieht sich auf einen Artikel, der in jener Zeitung am 25.November erschienen ist (vgl. Kongo-Pressetagebuch vom gleichen Tag). Doss fühlt sich berufen, in diesem Leserbrief darauf hinzuweisen, daß sowohl die Blauhelme der UNO als auch die internationale Gemeinschaft "gewaltige" Anstrengungen unternommen hätten, um den Frieden im Kongo wiederherzustellen. Das Schließen des globalen Kreislaufs, welcher die Gewalt im Ostkongo "füttert" und wenn man jene zur Verantwortung zöge, welche dafür verantwortlich seien, sei eine Versicherung für diese Investition, die sich lohne.....


Samstag, 5. Dezember 2009


"Lage der Nation – die Notwendigkeit für ein neues Leben", so lautet an diesem Samstag die Hauptschlagzeile von Le Potentiel und will die Leser einstimmen auf die zu erwartende entsprechende Rede des Staatspräsidenten. Die Kongolesen sind nicht gerade verwöhnt mit Reden ihrer Führung, doch mindestens einmal im Jahr ist der Präsident gemäß Verfassung zu solch einer Rede verpflichtet.... Die Zeitung blickt zurück auf die bisherigen diesbezüglichen Reden in den letzten Jahren und betont dann, daß nur eine "Null-Toleranz"-Politik, nämlich gegenüber der Korruption, eine Verbesserung herbeiführen werde. Diese sei das "Allheilmittel". Die "verschlungenen Pfade von Vetternwirtschaft, Korruption, krimineller Gewalt, bewaffneter Konflikte und endlose politische Krisen" müßten verlassen werden. Dies sei der Preis für einen neuen Kongo, der dem Konzert der Nationen wirklich beitreten könne...

Der Kolumnist von Le Potentiel, der Senator Mutinga schreibt heute über "Laßt uns heute über die politischen Parteien sprechen". Seine Aufmerksamkeit habe diese Woche eine neue "Plattform" erregt, die sich "Union für das Vaterland" nenne. Doch gebe es schon 112 politische Parteien. Deshalb denke er, man sollte aufhören neue zu gründen...

Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel veröffentlicht an diesem Wochenende ein ausführliches Dossier über "UNO-Bericht über Massaker-Drahtzieher – Dossier des Grauens". Ein Uno-Bericht belastet einen mutmaßlichen Massaker-Drahtzieher aus dem Kongo schwer. Der 46-Jährige lebte jahrelang in Mannheim und hat offenbar von Deutschland aus Milizen in der Heimat gesteuert. Der Report gibt einen tiefen Einblick in Strukturen der FDLR - und ihre Brutalität im Krieg um Rohstoffe.... Ermittler der Vereinten Nationen .... beschreiben Murwanashyaka als einen der zentralen Köpfe, verantwortlich für zahllose Verbrechen im östlichen Kongo. Als Präsident der FDLR, der "Demokratischen Kräfte für die Befreiung Ruandas", sei er zusammen mit seinem Vize Straton Musoni, 48, maßgeblich verantwortlich für das Leid in der Region. Musoni hat sich ebenfalls in Deutschland niedergelassen. Der Spiegel kommt dann zum Schluß: Der Rat der Ermittler ist jedenfalls eindeutig: "Aushebeln lässt sich das FDLR-Netzwerk durch eine gemeinsame und kohärente Vorgehensweise all der Staaten, die für die FDLR als Rückzugsgebiet dienen."

Die Agentur "Financial.de-News" bringt folgende Kurzmeldung: Ruandische Milizen greifen Zinngebiete in Kongo an. Ruandische Milizen haben am Donnerstag Zinnminengebiete in der kongolesischen Provinz Nord-Kivu angegriffen und den Bergbaubetrieb gestört. Wie ein Rohstoffhändler telefonisch aus der Provinzhauptstadt Goma berichtete, wird auch die Belieferung mit Mineralien aus Walikale behindert, dem wichtigsten Bezirk des Zinnbergbaus in Nord-Kivu. Der Händler bezeichnete den Angriff als ungewöhnlich, denn die Milizenorganisation FDLR attackiere nur selten Mineneinrichtungen. Nord-Kivu steht für 80% der Zinngewinnung des Kongo, Afrikas größtem Zinnproduzenten.

Die Tageszeitung Die Welt unterhält ihre Leser mit folgendem Thema: Exotische Geldanlagen. So profitieren Sie von Afrikas Wirtschaftswunder. Im kommenden Sommer findet in Südafrika die nächste Fußball-WM statt. Das könnte die Aufmerksamkeit von Investoren noch stärker auf diesen Kontinent lenken. Schon jetzt kauft die Finanzelite dort kräftig ein. Es ist die letzte Region in der ein Boom wie in der asiatischen Tiger-Ära folgen könnte.... Vor allem die Mobiltelefonie revolutioniert den Alltag der Menschen und das Geschäftsleben der Unternehmen. Im Kongo gab es vor der flächendeckenden Einführung von Handys für 60 Millionen Einwohner gerade einmal 3000 Festnetztelefone - die Hälfte davon kaputt. Wollte ein in der Hauptstadt Kinshasa lebender Kongolese seinen Angehörigen auf dem entfernten Land eine wichtige Nachricht überbringen, war eine einwöchige Reise keine Seltenheit. Heute reicht der Griff zum Mobiltelefon.

Reuters meldet mal etwas Erfrischendes: Kongolesischer Flüchtlingsjunge erhält einen internationalen Friedenspreis für Einrichtung eines Radioprogramms. Dies habe er in einem tansanischen Flüchtlingslager produziert. Der Junge sei ein Waisenkind und habe den Preis von der kenyanischen Friedennobelpreisträgerin Wangari Maathai überreicht bekommen....


Freitag, 4. Dezember 2009


"Dongo, eine neue militärische Bedrohung" – ist heute die Hauptschlagzeile von Le Potentiel. Die Analyse der verwirrenden Situation in Dongo, in Süd-Ubangi, sei rätselhaft. Der Gouverneur von Equateur habe Mittwoch gesagt, es gebe keinen klar definierten Aufstand in Dongo. Die Regierung habe reichlich Waffen, mit denen sie in den nächsten Tagen die Stadt Gemena zurückerobern könne. Allerdings hätten die kongolesischen Behörden die Situation dort unterschätzt, die Aggressivität der Angreifer und die Schwere der Situation nicht erkannt und deswegen die Kontrolle verloren. Inzwischen hätten auch Hubschrauber der MONUC eingegriffen...

Ein anderer Artikel in der heutigen Ausgaben von Le Potentiel trägt den Titel: "UNO-Bericht – Die tansanische Regierung spielt Pontius Pilatus". Der Abschlussbericht der UN-Experten über die Plünderung der Rohstoffe des Kongos nennt auch in aller Form die tansanische Regierung (innerhalb eines Netzes von 25 Ländern), welche die FDLR unterstützt hätten. Nun protestiere Tansania als bisher einziges dieser Länder dagegen und fordere von der UNO eine Entschuldigung...

Der Kommentar in Le Potentiel von diesem Freitag trägt die Überschrift "Der Pferdefuß". Die Regierung habe sich immer noch nicht zur Reaktion der Nationalversammlung, das Haushaltsvolumen um eine Mrd. Dollar auf 6 Mrd. zu erhöhen, erklärt. Gewiß, der Haushaltsminister habe diese "Geste" begrüßt. Sie sei nicht von Nachteil, um offen zu sein, habe er gesagt. Doch müßten Mittel umgeschichtet werden und weitere Einnahmen mobilisiert, um den Zweck zu erreichen... Allerdings sehe er keine Möglichkeit, daß das Vorhaben des Parlaments realistisch sei. Die Nationalversammlung allerdings sei der Meinung, die zusätzliche Milliarde käme aus dem Bereich des Bergbaus und der Telekommunikation als zusätzliche Einnahme. Doch die Regierung erhalte ganz andere Hinweise... Letztenendes werde die Regierung aufgefordert, mehr interne Mittel zu mobilisieren... Für die Regierung sei diese Berechnung des Parlaments eine Falle, wodurch die Unfähigkeit des Steuerbüros offenbar werde, diese Mittel zu mobilisieren... Außerdem habe sich der Haushaltsminister damit "gebrüstet", erstmals in der Geschichte des Kongos einen Haushalt von 5 Mrd. Dollar vorzulegen – und jetzt komme das Parlament und erhöhe diesen noch... Allerdings sei die Durchführung des Budgets von Anfang an fehlerhaft gewesen. Kein Wunder, daß "Zwänge" genannt würden, um die Versäumnisse der Regierung zu verbergen...

Die Zeitung "The Independent" bringt eine längere Reportage zum Thema "Heimkehr – Waisen des Gorilla-Massakers, welches die Welt schockierte". Die beiden Baby-Gorillas, welche das Massaker überlebt hätten, würden demnächst in die freie Wildnis entlassen...

Independent-online (Südafrika) meldet, via Reuters: Kongo hält Todesstrafe für ausländisches Paar aufrecht". Ein Berufungsgericht habe am Donnerstag entschieden, daß die Todesstrafe gegen die beiden Norweger, welche des Mordes und der Spionage beschuldigt werden, aufrechterhalten bleibe. Außerdem seien sie verurteilt worden, der Regierung mehr als 500 Millionen Dollar Schadenersatz zu leisten.... Auch die BBC bringt einen Bericht über die Ablehnung der Berufung der beiden Norweger im Kongo.

Natürlich sind heute die britischen Zeitungen voll mit dieser Meldung. Die Londoner Times schreibt ebenfalls "Todesstrafe für ehemaligen britischen Soldaten Joshua French bleibt bestehen". Auch der Daily Telegraph bringt dazu eine Meldung und schreibt u.a. Joshua habe überhaupt nicht verstanden, weshalb er zum Tode verurteilt sei.

Eine amerikanische Veröffentlichung bringt unter "Kriegsverbrechen" die Stellungnahme des deutschen Justizministeriums zu den FDLR-Verhaftungen, auf englisch im Wortlaut.

Die österreichische Zeitung Die Presse veröffentlicht heute ein Dossier mit dem Titel: "Boomender Kontinent: Das andere Gesicht Afrikas. Eine Milliarde Menschen lebten in Afrika und das sei ein großer Markt, der im Kommen sei. Der Kontinent verfüge über ein gewaltiges Potential an Rohstoffen, findigen Geschäftsleuten und kreativen Köpfen... In Summe ist der Kontinent der absolute Rekordhalter bei den Wachstumsraten: Zwischen 2003 und 2008 stieg die Zahl der Handybenutzer von 54 auf 350 Millionen, das ist eine Zunahme um 544 Prozent.


Donnerstag, 3. Dezember 2009


Jean-Pierre Bemba: Kaution verweigert“. Das ist heute die Hauptmeldung in Kinshasa bei Le Potentiel. Er bleibe im Gefängnis des Internationalen Strafgerichtshofes, bis sein Prozeß eingeleitet und durchgeführt sei. Das habe gestern eine Berufungskammer in Den Haag entschieden. Dies sei ein harter Schlag für die MLC, also die Partei Bembas im Kongo. Seine politische Karriere werde jetzt zunehmend belastet... Für seine Partei dauere die Trennung immer länger an und sei schmerzhaft. Auch politisch sei dieser Schlag für die MLC hart. Als ob „alles verhext“ sei. Schon jetzt zeige die Partei Spaltungstendenzen und leide unter „Atemnot“.... Bembas Teilnahme an den Wahlen von 2011 hänge jetzt von Gerichtsurteil in Den Haag ab. Wenn er den Prozeß gewinne, gebe es für ihn ein „Come back“ in der Politik. Wenn er den Prozeß verliere, dann sei die Mindeststrafe 30 Jahre. Jetzt sei er 47 Jahre als und was dann käme, könne man den Mathematikern überlassen...

Auch in deutscher Sprache wird über eine Schweizer Veröffentlichung (123-Recht) berichtet: Kongos Ex-Vizepräsident Bemba bleibt bis Prozessbeginn in Haft.

In einer weiteren Meldung von Le Potentiel, diesmal aus Nord-Kivu lesen wir: Über die Amtsenthebung von Gouverneur Julien Paluku. Zwischen dem Regionalparlament und der Provinzregierung gebe es derzeit ein „Gerangel“ und auch hier gehe es um den „Mißbrauch öffentlicher Gelder“...

Der heutige Kommentar von Le Potentiel trägt den Titel „Versprechungen“. Präsident Kabila befinde sich derzeit in Equateur, „um die Situation der Unruhen in Dongo zu ermitteln“, wie er versprochen habe. Im Kasai habe er noch eine ganze Reihe von Versprechungen gemacht für Baumaßnahmen... Außerdem solle die MIBA die notwendigen Mittel bekommen, um ihre Tätigkeit der Diamantenexploration wieder aufnehmen zu können. In euphorischer Stimmung habe er außerdem Straßenbauprojekte bekanntgegeben... Doch wenn man bedenke, wie der Haushaltsplan 2010 im Parlament „gegeißelt“ werde, frage man sich, ob der Präsident all diese Versprechungen einhalten könne...

In den USA bringt die Qualitätszeitung The Christian Science Monitor einen Hintergrundbericht über „Ruandische Rebellenführer: Amerikanische, französische, spanische und kongolesische Geschäftsbeziehungen“. Ein an die Öffentlichkeit durchgesickerter UNO-Bericht zeige, daß die FDLR, eine „brutale ruandische Rebellenbewegung“, die im Ostkongo operiere, sich mit Gold, Zinn- und Coltanbergwerken befasse. Ihre Führungspersonen liefen in den USA und in Frankreich frei herum. Das Blatt kommt dann zum Schluß, daß jetzt Frankreich gegen die FDLR-Führungsperson Callixte Mbarushimana vorgehen müsse. Und Amerika werde hoffentlich ähnliches tun. Wenn man gegen die Völkermörder von 1994 vorgehe, dann aus Gründen, um ihnen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Wenn man aber gegen Personen wie Ignace Murwanashyaka vorgehe, dann sei dies nicht allein um der Gerechtigkeit willen, sondern dann gehe es um die Sicherheit in der Demokratischen Republik Kongo...

Reuters meldet: Action Against Hunger (USA) geht gegen Hunger im Kongo vor. Man kümmere sich in Equateur um Tausende von Kindern, die vom Hungertod bedroht seien, wegen Unterernährung. Fast jedes fünfte Kind bekomme dort zu wenig zu essen.

Die Berliner taz bringt einen Artikel über den „Krieg gegen Ugandas LRA-Rebellen“.

Ratlos im zentralafrikanischen Busch. Uganda, Kongo, Südsudan und die Zentralafrikanische Republik jagen gemeinsam die berüchtigte ugandische Rebellenbewegung LRA. Ohne Erfolg.


Mittwoch, 2. Dezember 2009


Hauptthema bei Le Potentiel ist heute "Rund um den Abschlußbericht der UNO-Experten – Kivu den Plünderern ausgeliefert", so die Überschrift. Im Kivu werde nichts gespielt. Der Frieden bleibe ein Problem, weil alles über die nationale und regionale Ebene hinausgehe. Er sei ein internationales Problem. Der jüngste Bericht der UNO-Experten sei Beweis genug, daß der Kivu den Plünderern ausgeliefert sei. Die "Somalisierung", in welche die Balkanisierung des Kongos führen könnte, sei wirklich und tatsächlich zugange. Denn der Krieg im Kivu sei im wesentlichen ein "Krieg der Rohstoffkontrolle durch Warlords im In- und Ausland".... Dieser Expertenbericht "über das Scheitern der Friedensbemühungen im Kongo" sei ein "echter Beweis dafür, daß der Kongo das Opfer einer großen internationalen Verschwörung um die Kontrolle seines Wohlstands" sei. Dies führe unweigerlich zur Balkanisierung des Landes... "Nach der Lektüre dieses schockierenden Berichtes" sei klar, daß der Kongo "diesen Fall der Plünderung seiner Bodenschätze nicht allein lösen" könne. Alle Friedensinitiativen, einschließlich der Goma-Konferenz seien Ablenkung gewesen. Das Böse sitze tief und gehe über regionale und nationale Grenzen hinaus.... Die internationale Gemeinschaft sei in einer ähnlichen Situation wie im Zweiten Weltkrieg, wie nach der Invasion Kuwaits oder der Situation in Irak mit den Massenvernichtungswaffen und mit Afghanistan. Was im Kongo passiere sei eine echte Bedrohung für Afrika und die ganze Menschheit. Man müsse jetzt handeln, um die internationale Gefahr zu stoppen. Morgen könne dies schon zu spät sein....

Independent-online (Südafrika) bringt eine Reuters-Meldung mit dieser Überschrift "Ehemaliger Kriegsherr Nkunda sucht Freilassung". Seine Verteidiger wollten den Fall vor den Obersten Gerichtshof von Ruanda ziehen. Nkunda habe das Recht zu erfahren, warum er sich in Haft befinde und wie lange diese illegale Inhaftierung noch andauern solle.



Dienstag, 1. Dezember 2009


Die heutige Überschrift auf der Titelseite von Le Potentiel lautet schlicht "DA!". Und Untertitel ist "Versöhnung London – Paris – Kigali". Die Karten in der Region der Großen Seen würden seit der Wahl von US-Präsident Obama neu gemischt. Inzwischen sei dieser Tage Ruanda in den britschen Commonwealth aufgenommen worden und gleichzeitig habe Paris wieder diplomatische Beziehungen zu Kigali aufgenommen. Solch einem diplomatischen Manöver gegenüber könne man im Kongo nicht gleichgültig gegenüberstehen, um nicht über die Machtverhältnisse, die jetzt entstünden, "überrascht" zu werden... Schon vor einem Jahr, im November 2008 habe Prof. Kankwenda Mbaya in einem Interview mit Le Potentiel prophezeit, er glaube, der Ostkongo werde zu einem Einflußgebiet der anglo-amerikanisch-südafrikanische Zone ausgebaut. Sie habe über Ruanda und Uganda die Eingangstür gefunden...

Über eine "Kriegserklärung der Ruandaphonen" berichtet Le Potentiel aus dem Nordkivu. Man wende sich eindeutig gegen die (Mehrheitsbevölkerung der) Nande. Die Unterzeichner forderten einen Rückzug der nationalen Armee und würden damit "klipp und klar sagen", sie wollten ihr Werk vollenden, nämlich ihren Besitzstand ohne Verhandlungen zu sichern...

Der Reporter Freddy Mulumba Kabuayi führt im folgenden ein Interview mit dem kongolesischen Politologen Arthur Keppel "Es liegt eine Hand Ruandas auf den beiden Kivus und Ruanda profitiert von der Schwäche des Kongos um seine Ansichten durchzusetzen.", so die Überschrift des Textes in Le Potentiel.

Der Kommentar in der heutigen Ausgabe von Le Potentiel trägt den Titel "Schwarze Frau – schwarze Afrikanerin" und Anlaß ist "eine wichtige Veranstaltung", die ab heute in Kinshasa stattfinde, nämlich das dritte internationale Gipfeltreffen der "Black Woman". Diese Versammlung der "schwarzen Frauen" in Kinshasa erfülle eine wahre Inspiration, nämlich für mehr Engagement im Prozeß der nachhaltigen Entwicklung in Afrika und aller Nationen. Dies müsse erfolgreich für eine erfolgreiche Arbeit genutzt werden...

Heute früh geht's weiter mit der Londoner Financial Times: Geraubter Reichtum liefert Brennstoff für Krieg im Kongo, so die Überschrift. Präsident Kagame sei kein neutraler Beobachter der Situation im Kongo. Seine Interventionen hätten den Konflikt seit 14 Jahren in Gang gehalten... Er habe dazu folgendes gesagt. Wenn man im Kongo eine starke Armee hätte, dann würde das dort helfen. Doch sie sollten auch ein arbeitsfähiges politisches System haben. Da beides fehle, sei dies "schrecklich". Obwohl die bisher teuerste Blauhelmtruppe der UNO im Kongo stationiert sei, sei kein Ziel erreicht. Die Gründe dafür seien vielfältig. Einer der Gründe sei der Mangel an politischer Führung im Kongo. Die Botschaft, welche UNO-Untersuchungen seit der Jahrtausendwende übermittelten sei jene, die kongolesische Bevölkerung werde geplündert...

Independent-online, Südafrika meldet: "Kongolesische Polizei schießt auf Studentendemonstration". Das sei in Lubumbashi geschehen, der Hauptstadt der Provinz Katanga. 10 Studenten seien verwundet worden, zwei davon schwer. Ungefähr 1000 Studenten hätten an einer Demonstration gegen höhere Studiengebühren teilgenommen, nämlich bisher 100 und künftig 400 Dollar....

Reuters bringt eine Meldung mit folgender Überschrift: Reiche Welt sollte Afrika für den Schutz des Regenwaldes bezahlen. Jedenfalls planten die afrikanischen Staaten, die am Kopenhagen-Gipfel im Dezember teilnähmen, dies zu fordern....

Die österreichische Zeitung Der Standard bringt einen Artikel mit der Überschrift Krieg gegen Frauen im Kongo - Frauen aus den Kriegsgebieten berichten über ihre Flucht. Gleichzeitig ist ein Film zu sehen zum Thema, der runtergeladen werden kann.

Das Deutschlandradio bringt eine Sendung mit einer Buchbesprechung, die für uns interessant ist: Schein-Demokratien in Afrika - Paul Collier: "Gefährliche Wahl".

Die Finanznachrichten bringen einen Artikel zum Thema "10 Jahre Friedenstruppe Monuc in der Demokratischen Republik Kongo - Gräueltaten weiter an der Tagesordnung".

Die Zeitschrift The East African veröffentlicht eine Analyste mit dem Titel "UNO muß die katastrophale Operation gegen marodierende Rebellen beenden". Die Aktion gegen die Huturebellen habe die schlechte Situation im Osten des Kongos noch schlimmer gemacht... Der Artikel stammt von Donald Steinberg, Mitarbeiter der International Crisis Group.